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Meine Webseite ist bei Google nicht zu finden — die 8 häufigsten Gründe

In den meisten Fällen ist die Seite sehr wohl bei Google, nur nicht für die Suchbegriffe, an die der Inhaber denkt. Die Prüfung dauert fünf Minuten: Steht bei einer Suche nach site:ihre-domain.de etwas, ist die Seite indexiert — dann ist es ein Rangproblem, kein technisches.

Von Anil Cüre8 Minuten Lesezeit
Ladengeschäft in einer Berliner Altbaustraße, dessen Schaufenster hinter Baugerüst und grünem Netz verschwindet, während die Nachbarläden gut zu sehen sind

„Ich bin bei Google überhaupt nicht zu finden“ ist einer der häufigsten Sätze im Erstgespräch. In fast allen Fällen stimmt er so nicht: Die Seite ist bei Google, sie steht nur nicht dort, wo jemand sie sucht. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn die Gegenmittel sind völlig verschieden.

1. Die Seite ist noch zu neu

Eine frisch veröffentlichte Seite braucht Tage bis Wochen, bis Google sie vollständig erfasst hat, und Monate, bis sie für umkämpfte Begriffe mitspielt. Das lässt sich nicht kaufen und nicht beschleunigen, nur begleiten: Sitemap in der Search Console einreichen, Unternehmensprofil anlegen, erste Verlinkungen aufbauen.

2. Ein noindex blockiert die Aufnahme

Der häufigste technische Fehler: Beim Bau steht die Seite bewusst auf „nicht indexieren“, damit die Baustelle nicht in der Suche landet — und nach dem Start vergisst jemand, den Schalter umzulegen. In WordPress ist das die Einstellung „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Prüfen lässt es sich im Quelltext: Steht dort eine Zeile mit robots und noindex, ist das die Ursache.

3. Die robots.txt sperrt Google aus

Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt auf. Steht dort „Disallow: /“, darf Google gar nichts lesen. Auch das stammt meist aus der Bauphase. Ein Sonderfall: Manche Baukästen sperren Unterverzeichnisse, sodass einzelne Bereiche fehlen, während die Startseite normal erscheint.

4. Sie suchen nach den falschen Begriffen

Der mit Abstand häufigste Grund. Ein Dachdecker sucht nach „Dachdecker“ und findet sich nicht — weil bundesweit tausende Betriebe um dieses eine Wort konkurrieren. Nach „Dachdecker Notdienst Spandau“ steht er womöglich auf Platz 2. Suchen Sie so, wie ein Kunde sucht, der Ihren Namen nicht kennt, und fügen Sie den Ort und die konkrete Leistung dazu.

5. Es gibt keine Seite zum Thema

Google zeigt Seiten, keine Firmen. Wer eine Leistung anbietet, aber keine Unterseite dazu hat, hat auch nichts, was ranken könnte. Eine Startseite, auf der acht Leistungen in einer Aufzählung stehen, wird für keine davon gut gefunden. Die Abhilfe ist unspektakulär: je Leistung eine eigene Seite mit eigenem Titel und eigenem Text.

6. Die Konkurrenz ist schlicht stärker

Bei Begriffen wie „Versicherung“, „Kredit“ oder „Webdesign Berlin“ stehen Anbieter vorne, die seit zehn Jahren Inhalte aufbauen und tausende Verlinkungen haben. Dort mit einer neuen Seite anzutreten, ist verlorene Zeit. Sinnvoll sind Nischen: Ort, Stadtteil, Zielgruppe, Spezialfall. Weniger Suchanfragen, dafür erreichbar — und meist die besseren Anfragen.

7. Technische Bremsen

  • Inhalte werden erst per JavaScript nachgeladen, sodass Google beim ersten Durchgang eine leere Seite sieht.
  • Die Seite ist auf dem Handy kaum bedienbar — Google bewertet die mobile Fassung.
  • Ladezeiten über drei Sekunden, meist wegen unkomprimierter Bilder.
  • Jede Seite trägt denselben Titel, oft nur den Firmennamen.
  • Die Seite ist unter mehreren Adressen erreichbar, mit und ohne www, mit und ohne https, ohne kanonische Angabe.

8. Ein Umzug ohne Weiterleitungen

Nach einem Relaunch ändern sich die Adressen. Wer die alten nicht dauerhaft auf die neuen weiterleitet, verliert die Platzierungen, die daran hingen — und zwar fast vollständig. Das ist der teuerste Fehler in dieser Liste, weil er mühsam aufgebaute Sichtbarkeit vernichtet.

Was Sie zuerst tun sollten

  1. Search Console einrichten und die Sitemap einreichen. Sie zeigt schwarz auf weiß, welche Seiten Google kennt und zu welchen Begriffen Sie erscheinen.
  2. Prüfen, ob noindex oder robots.txt blockieren.
  3. Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen. Bei lokalen Suchen entscheidet es mehr als die Webseite.
  4. Für die drei wichtigsten Leistungen je eine eigene Unterseite bauen, mit Ort im Titel.
  5. Realistische Suchbegriffe festlegen: lieber „Elektriker Notdienst Pankow“ als „Elektriker“.

Wenn nach diesen Schritten immer noch nichts passiert, liegt es fast immer an fehlenden Verlinkungen und zu dünnen Inhalten — beides braucht Monate, keine Woche. Wer Ihnen Platz 1 in vier Wochen verspricht, verkauft entweder Anzeigen oder Unsinn.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich, ob meine Webseite bei Google indexiert ist?

Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein. Erscheinen Treffer, ist Ihre Seite im Index. Erscheint nichts, ist sie Google entweder unbekannt oder durch noindex beziehungsweise robots.txt gesperrt. Genauer sehen Sie es in der Google Search Console unter „Seiten“.

Wie lange dauert es, bis eine neue Webseite bei Google erscheint?

Die Aufnahme dauert meist einige Tage bis wenige Wochen. Brauchbare Platzierungen für umkämpfte Suchbegriffe brauchen dagegen Monate. Wer die Sitemap in der Search Console einreicht und ein gepflegtes Unternehmensprofil hat, verkürzt vor allem den ersten Teil.

Warum finde ich meine Seite, mein Kunde aber nicht?

Google personalisiert Ergebnisse nach Standort, Verlauf und Gerät. Ihre eigene Seite rutscht bei Ihnen nach oben, weil Sie sie oft aufrufen. Prüfen Sie im privaten Fenster, abgemeldet, und achten Sie darauf, dass der Standort stimmt.

Kann ich bezahlen, damit Google meine Seite schneller aufnimmt?

Nein. Google Ads kauft Anzeigenplätze, keine Positionen in den normalen Ergebnissen und keine schnellere Indexierung. Anzeigen sind trotzdem sinnvoll, um die Wartezeit zu überbrücken, bis die Seite organisch trägt.

Fragen zu Ihrem Fall?

Im Erstgespräch sagen wir Ihnen ehrlich, was sich lohnt — auch wenn das bedeutet, dass Sie gerade nichts beauftragen sollten.