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Günstig eine Webseite erstellen lassen: was für wenig Geld realistisch ist

Eine günstige Webseite ist ab etwa 300 Euro möglich, wenn Sie Texte und Bilder selbst liefern und auf individuelles Design verzichten. Billig wird es dagegen dort, wo an Zugängen, Ladezeit oder Eigentum gespart wird — diese drei Punkte kosten später ein Vielfaches der Ersparnis.

Von Anil Cüre11 Minuten Lesezeit
Taschenrechner, ein Notizblock mit Zahlenreihe und ein Stift auf einer hellen Tischplatte

„Günstig“ und „billig“ werden oft in einen Topf geworfen, sind aber zwei verschiedene Dinge. Günstig heißt: Sie zahlen wenig, weil wenig Arbeit nötig ist. Billig heißt: Sie zahlen wenig, weil an etwas gespart wurde, das Sie später nachkaufen müssen. Dieser Text zeigt, wo die Grenze verläuft.

Was Sie für welches Budget bekommen

BudgetWas realistisch drin istWas nicht
0 – 100 €Baukasten selbst gebaut, Domainfremde Arbeitszeit
300 – 500 €einseitige Webseite, fertig gebaut, mobil, schnellmehrere Unterseiten, eigene Texte
500 – 900 €vier bis sechs Unterseiten, Formular, Grundoptimierungindividuelles Design, Fotoproduktion
900 – 1.500 €größerer Auftritt, Textüberarbeitung, mehr StrukturShop, Anbindungen
ab 2.000 €eigenes Design, eigene Texte, Fotos

Der Sprung von 300 auf 900 Euro kauft Ihnen fast nie ein hübscheres Aussehen, sondern mehr Seiten. Und mehr Seiten sind der eigentliche Hebel, wenn Sie über Google gefunden werden wollen: Jede Leistung, zu der Sie ranken möchten, braucht eine eigene Unterseite. Eine einzelne Seite kann das nicht leisten, so schön sie auch ist.

Die vier günstigen Wege im Vergleich

WegKostenIhr ZeitaufwandDer Haken
Baukasten selbst10 – 30 € im Monat20 – 40 StundenGrenzen bei Ladezeit und Google
Festpreisanbieter300 – 1.500 € einmalig2 – 4 Stundenwenig Spielraum für Sonderwünsche
Freiberufler800 – 2.500 € einmalig4 – 8 StundenErreichbarkeit, Ausfallrisiko
Mietmodell30 – 150 € im Monatgeringbei Kündigung ist die Seite weg

Rechnen Sie beim Baukasten Ihre eigene Zeit mit. 30 Stunden sind bei einem Stundenwert von 50 Euro rechnerisch 1.500 Euro — mehr, als ein fertig gebautes Festpreisangebot kostet. Der Baukasten lohnt sich, wenn Sie die Arbeit gern machen oder das Geld schlicht nicht da ist. Als Sparmaßnahme gerechnet geht er meist nicht auf.

Wo Sie gefahrlos sparen können

  1. Individuelles Design. Eine gute Vorlage, sauber angepasst, bringt Ihnen dieselben Anfragen wie ein eigens entworfenes Erscheinungsbild. Ersparnis: 1.500 bis 6.000 Euro.
  2. Texte. Sie kennen Ihren Betrieb besser als jeder Texter. Schreiben Sie roh, was Sie einem Kunden am Telefon sagen würden — das ist eine bessere Grundlage als jede Werbeformulierung. Ersparnis: 80 bis 250 Euro je Seite.
  3. Bilder. Ein aktuelles Handy macht brauchbare Aufnahmen bei Tageslicht. Echte Fotos Ihres Betriebs wirken ohnehin stärker als gekaufte Stockbilder. Ersparnis: 400 bis 2.500 Euro.
  4. Umfang. Fangen Sie mit vier Unterseiten an und ergänzen Sie später, wenn Sie sehen, wonach gesucht wird. Ersparnis: mehrere hundert Euro und viel Abstimmung.
  5. Funktionen, die niemand nutzt. Chat, Newsletter, Kundenbereich, Mehrsprachigkeit: alles sinnvoll, wenn es gebraucht wird. Am Anfang wird es fast nie gebraucht.

Wo Sparen später teuer wird

Drei Punkte kosten am Anfang wenig und später ein Vielfaches. Sie sind der Unterschied zwischen günstig und billig.

  1. Eigentum an Domain und Zugängen. Liegt die Domain auf dem Konto des Anbieters, können Sie nicht wechseln, ohne von vorn anzufangen. Das ist der häufigste und teuerste Fehler überhaupt — er kostet im Zweifel die gesamte bisherige Sichtbarkeit bei Google.
  2. Technische Grundlage. Eine langsame oder auf dem Handy schlecht bedienbare Seite kostet Anfragen, jeden Tag, unsichtbar. Ein Nachbau später kostet mehr als der Aufpreis am Anfang.
  3. Struktur für Suchmaschinen. Eine Seite ohne eigene Unterseiten je Leistung kann später nicht ranken. Das lässt sich nachrüsten, ist dann aber ein Umbau und kein Detail.

Woran Sie unseriös günstig erkennen

  • Ein Festpreis wird genannt, bevor jemand gefragt hat, wie viele Seiten Sie brauchen.
  • Die Laufzeit ist lang, die monatliche Rate niedrig, und die Summe steht nirgends.
  • Suchmaschinenoptimierung ist „inklusive“, aber niemand hat nach Ihren Suchbegriffen gefragt.
  • Es gibt keine Referenz, die heute noch online ist.
  • Der Anbieter kann nicht sagen, wo die Seite gehostet wird.
  • Änderungen nach dem Start sind im Angebot nicht bepreist.

So holen Sie das Beste aus einem kleinen Budget

  1. Legen Sie fest, was ein Besucher tun soll: anrufen, schreiben, vorbeikommen. Ein Ziel, nicht vier.
  2. Schreiben Sie die Texte selbst, roh und ohne Werbesprache. Der Anbieter kann sie glätten, das kostet wenig.
  3. Machen Sie zehn Fotos Ihres Betriebs bei Tageslicht. Echte Bilder schlagen gekaufte.
  4. Beschränken Sie sich auf die Leistungen, mit denen Sie tatsächlich Geld verdienen.
  5. Bestehen Sie schriftlich auf Eigentum an Domain, Inhalten und Zugängen.
  6. Planen Sie 100 bis 200 Euro im Jahr für Domain und Webspace ein, damit die Rechnung ehrlich ist.
Günstig ist eine Webseite dann, wenn wenig Arbeit nötig war. Billig ist sie, wenn an etwas gespart wurde, das Sie später nachkaufen müssen.
Anil Cüre, Reachify

Häufige Fragen

Was kostet die günstigste Webseite?

Eine fertig gebaute, mobil taugliche einseitige Webseite ist ab etwa 300 Euro möglich, wenn Sie Texte und Bilder selbst liefern. Bei Reachify kostet dieser Umfang 299 Euro als Festpreis. Günstiger wird es nur mit Eigenarbeit im Baukasten, dann zahlen Sie mit Ihrer Zeit.

Ist eine günstige Webseite schlechter?

Nicht automatisch. Der Preis sinkt vor allem, wenn kein individuelles Design entworfen und keine Texte geschrieben werden müssen. Beides ist verzichtbar. Schlecht wird eine Seite dort, wo an Ladezeit, Struktur oder Eigentum an den Zugängen gespart wurde — und das erkennt man am Preis nicht.

Lohnt sich ein Baukasten wie Wix oder Jimdo?

Wenn Sie Zeit haben und eine einfache Visitenkarte brauchen: ja. Rechnen Sie mit 20 bis 40 Stunden Eigenarbeit für ein ordentliches Ergebnis. Als reine Sparmaßnahme geht die Rechnung meist nicht auf, weil Ihre Arbeitszeit mehr wert ist als der Unterschied zu einem Festpreisangebot.

Soll ich eine Webseite mieten statt kaufen?

In den meisten Fällen nein. Über eine Laufzeit von 48 Monaten zahlen Sie bei 150 Euro im Monat 7.200 Euro für eine Seite, die Ihnen nicht gehört. Bei Kündigung ist sie weg, samt Inhalten und oft samt Domain. Ein Kauf zum Festpreis ist fast immer günstiger.

Kann eine günstige Webseite bei Google ranken?

Ja, wenn sie schnell lädt, auf dem Handy funktioniert und für jede Leistung eine eigene Unterseite hat. Keiner dieser Punkte kostet nennenswert Geld — sie kosten Sorgfalt. Was eine günstige Seite nicht leisten kann, ist gegen umkämpfte Suchbegriffe anzutreten, für die andere seit Jahren Inhalte aufbauen.

Wie viele Unterseiten brauche ich mindestens?

Eine Startseite, eine Seite je Leistung, mit der Sie Geld verdienen, sowie Kontakt, Impressum und Datenschutz. Für die meisten Betriebe sind das vier bis sechs Seiten. Weniger geht, kostet aber Sichtbarkeit: Ohne eigene Seite je Leistung findet Google keinen Anlass, Sie zu diesem Thema anzuzeigen.

Fragen zu Ihrem Fall?

Im Erstgespräch sagen wir Ihnen ehrlich, was sich lohnt — auch wenn das bedeutet, dass Sie gerade nichts beauftragen sollten.