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Webseite für Kanzleien: Kosten, Rechtsrahmen und was Mandate bringt
Eine Kanzlei-Webseite kostet 2.000 bis 8.000 Euro. Mandate bringt nicht die Kanzleivorstellung, sondern eine eigene Seite je Rechtsgebiet plus Fachbeiträge zu konkreten Fragen — dort suchen Mandanten, bevor sie einen Namen kennen.

Mandanten suchen selten nach einer Kanzlei. Sie suchen nach ihrem Problem: „Abmahnung erhalten was tun“, „Kündigung Frist“, „Unterhalt berechnen“. Wer diese Fragen beantwortet, wird gefunden, bevor überhaupt jemand nach einem Anwalt sucht. Wer stattdessen nur die Kanzlei vorstellt, wird von denen gefunden, die den Namen schon kennen.
Was eine Kanzlei-Webseite kostet
| Umfang | Preis | Passt zu |
|---|---|---|
| Einzelanwalt, zwei Rechtsgebiete | 1.000 – 2.500 € | Einzelkanzlei |
| Fünf bis acht Seiten | 2.500 – 4.500 € | Kanzlei mit Schwerpunkten |
| Sozietät mit mehreren Anwälten | 4.500 – 8.000 € | Sozietät, Fachanwaltskanzlei |
| Fachbeiträge, je Beitrag | 150 – 600 € | wenn extern geschrieben |
| Berufsbilder, Fotoproduktion | 600 – 2.000 € | Sozietäten |
Was das Berufsrecht erlaubt
Werbung ist Anwälten erlaubt, solange sie sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Die Grenze verläuft zwischen Information und Anpreisung.
| Zulässig | Problematisch |
|---|---|
| Tätigkeitsschwerpunkte und Fachanwaltstitel | „beste Kanzlei der Stadt“ |
| Sachliche Darstellung des Vorgehens | Erfolgsquoten und Gewinnversprechen |
| Anonymisierte Fallbeispiele | namentliche Mandantenberichte |
| Angaben zu Kosten und Erstberatung | Vergleiche mit anderen Kanzleien |
| Fachbeiträge zu Rechtsfragen | Rechtsberatung im Einzelfall auf der Seite |
Der Aufbau, der Mandate bringt
- Je eine Seite pro Rechtsgebiet. Nicht „Arbeitsrecht, Familienrecht, Erbrecht“ auf einer Seite — jedes Gebiet hat eigene Suchanfragen und eigene Mandanten.
- Innerhalb eines Gebiets Unterseiten für die häufigsten Anlässe: Kündigungsschutzklage, Abfindung, Aufhebungsvertrag. Danach wird konkret gesucht.
- Fachbeiträge zu Fragen, die Mandanten vor dem ersten Anruf stellen. Der stärkste Hebel überhaupt.
- Ablauf und Kosten. Was passiert nach dem ersten Kontakt, was kostet eine Erstberatung, wie wird abgerechnet.
- Anwaltsprofile mit Werdegang, Schwerpunkten und einem ordentlichen Foto. Bei Kanzleien wird die Person mandatiert, nicht das Logo.
- Kontakt mit Telefon, Formular und der Angabe, wie schnell zurückgerufen wird.
Fachbeiträge: der eigentliche Hebel
Ein Beitrag, der eine konkrete Frage vollständig beantwortet, kann jahrelang Mandate bringen. Der Grund ist die Suchabsicht: Wer „Abmahnung Frist verstrichen“ eingibt, hat ein akutes Problem und wenig Zeit. Findet er eine klare Antwort, ist die Kanzlei, die sie geschrieben hat, der naheliegende nächste Schritt.
Wichtig ist die Abgrenzung: Der Beitrag informiert allgemein, er berät nicht im Einzelfall. Ein Hinweis darauf gehört an das Ende jedes Beitrags — er ist zugleich der natürliche Übergang zur Kontaktaufnahme.
- Schreiben Sie zu dem, was Sie ohnehin am Telefon dreimal die Woche erklären.
- Eine Frage je Beitrag, vollständig beantwortet, statt eines Überblicks über alles.
- Fristen, Zahlen und Paragrafen konkret nennen — das unterscheidet Sie von Portalen.
- Datum und Stand angeben. Bei Rechtsthemen ist Aktualität ein Qualitätsmerkmal.
- Am Ende der Hinweis, dass der Beitrag keine Beratung im Einzelfall ersetzt.
Was Kanzleien am häufigsten falsch machen
| Fehler | Folge | Was hilft |
|---|---|---|
| Alle Rechtsgebiete auf einer Seite | rankt für keines | je Gebiet eine Seite |
| Kanzleigeschichte auf der Startseite | Absprung | Problem des Mandanten zuerst |
| Keine Kostenangabe | Hemmschwelle beim Anruf | Erstberatung und Abrechnung erklären |
| Juristensprache | Mandant versteht nichts | so schreiben, wie Sie erklären |
| Keine Fachbeiträge | nur gefunden, wer den Namen kennt | häufige Fragen beantworten |
Häufige Fragen
Was kostet eine Webseite für eine Kanzlei?
2.000 bis 8.000 Euro. Ein Einzelanwalt mit zwei Rechtsgebieten kommt mit 1.000 bis 2.500 Euro aus, eine Sozietät mit mehreren Anwälten und Profilen liegt bei 4.500 bis 8.000 Euro. Fachbeiträge kosten extern geschrieben 150 bis 600 Euro je Stück.
Was dürfen Anwälte auf ihrer Webseite bewerben?
Erlaubt ist sachliche Information über die berufliche Tätigkeit: Schwerpunkte, Fachanwaltstitel, Vorgehen, Kosten, anonymisierte Fallbeispiele und Fachbeiträge. Unzulässig sind Erfolgsversprechen, Vergleiche mit anderen Kanzleien, marktschreierische Aussagen und Werbung, die auf ein bestimmtes Mandat im Einzelfall gerichtet ist.
Welche Pflichtangaben braucht eine Kanzlei-Webseite?
Zusätzlich zum üblichen Impressum: die gesetzliche Berufsbezeichnung samt verleihendem Staat, die zuständige Rechtsanwaltskammer, die berufsrechtlichen Regelungen mit Fundstelle sowie Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung mit Versicherer und räumlichem Geltungsbereich. Die letzten beiden Punkte fehlen am häufigsten.
Bringen Fachbeiträge einer Kanzlei wirklich Mandate?
Es ist der wirksamste Hebel überhaupt. Mandanten suchen nach ihrem Problem, nicht nach einer Kanzlei. Ein Beitrag, der eine konkrete Frage vollständig beantwortet, wird über Jahre gefunden. Schreiben Sie zu dem, was Sie ohnehin regelmäßig am Telefon erklären.
Soll eine Kanzlei ihre Kosten auf der Webseite nennen?
Zumindest den Rahmen. Die Erstberatungsgebühr ist gesetzlich gedeckelt, und die Angabe nimmt die größte Hemmschwelle vor dem ersten Anruf. Erklären Sie außerdem, wann nach RVG und wann nach Vergütungsvereinbarung abgerechnet wird — das ist für Mandanten der undurchsichtigste Punkt.



